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Installion: Exit an LichtBlick

Im April 2023 hat der Ökoenergieanbieter LichtBlick die Kölner Installion GmbH vollständig übernommen — ein Unternehmen, das gelöst hat, woran der Solarausbau in Deutschland tatsächlich hängt: an der Montage.

Der Engpass war nie die Technik

Wer 2019 in Deutschland eine Photovoltaikanlage kaufen wollte, bekam sie. Wer sie montiert haben wollte, wartete. Module waren verfügbar, Wechselrichter waren verfügbar, Kapital war verfügbar — was fehlte, waren Elektrikerinnen und Elektriker mit einem freien Termin. Der Ausbau der erneuerbaren Energien scheiterte nicht an der Technologie und nicht am Willen der Kunden, sondern an einer Handwerksbranche, die nicht in dem Tempo wachsen konnte, das die Energiewende verlangte.

Genau an dieser Stelle ist Installion entstanden. Die Idee war unspektakulär und deshalb tragfähig: Wenn Energieversorger Solaranlagen verkaufen wollen und Handwerksbetriebe Aufträge brauchen, muss jemand beide Seiten zusammenbringen — und zwar nicht über Telefonlisten, sondern über einen Prozess, der auch bei tausenden Anlagen im Jahr noch funktioniert.

Was das Unternehmen gebaut hat

Installion betrieb eine digitale Plattform, über die Montageaufträge an qualifizierte Betriebe vermittelt und anschließend zwischen Auftraggeber und Handwerk abgewickelt wurden. Dokumentation, Terminierung, Abnahme, Abrechnung — der Teil des Geschäfts, der in der Branche traditionell in Ordnern und E-Mail-Verläufen liegt.

Dazu kam etwas, das eine reine Vermittlungsplattform nicht leisten kann: eigene Montagekapazität. Über zwölf sogenannte Montage-Hubs im Bundesgebiet koordinierte Installion die Installation von Photovoltaikanlagen, Heimspeichern und Wallboxen selbst. Damit konnte das Unternehmen eine Zusage geben, die im Markt selten war — dass die Anlage nicht nur verkauft, sondern auch gebaut wird. Zum Zeitpunkt der Übernahme arbeiteten rund 180 Menschen im Unternehmen.

Die Übernahme

Anfang April 2023 übernahm LichtBlick sämtliche Anteile an der Installion GmbH. Beide Seiten haben keinen Kaufpreis genannt; das Handelsblatt berichtete von einer mittleren zweistelligen Millionensumme.

Für LichtBlick war die Logik naheliegend. Der Hamburger Ökoenergieanbieter verkauft mit dem „SolarPaket” ein Bündel aus Anlage, Speicher, Wallbox und Energiemanagement — ein Produkt, dessen Versprechen exakt an der Verfügbarkeit von Montagepersonal hängt. LichtBlick-Chef Constantin Eis bezeichnete ein leistungsfähiges Fachkräftenetzwerk als den wichtigsten strategischen Baustein, um die steigende Nachfrage überhaupt bedienen zu können.

Damit wurde aus einem offenen Marktplatz eine interne Kapazität: Die Installion-Teams übernehmen seither Planung, Installation und Wartung für LichtBlick.

Was wir daraus mitnehmen

Drei Dinge, die unsere Sicht auf Beteiligungen geprägt haben:

Der Flaschenhals ist selten dort, wo alle hinschauen. Über Modulpreise und Förderkulissen wurde jahrelang diskutiert. Entschieden hat sich der Ausbau an der Frage, wer am Dienstagmorgen auf dem Dach steht.

Software allein löst kein Handwerksproblem. Die Plattform war notwendig, aber erst die eigenen Montage-Hubs haben aus einem Vermittlungsversprechen eine belastbare Zusage gemacht. Geschäftsmodelle in der Energiewende brauchen fast immer einen physischen Anteil.

Der beste Käufer ist der, für den das Unternehmen ein fehlendes Teil ist. Nicht der höchste Multiplikator entscheidet über einen guten Verkauf, sondern die Frage, ob das Gekaufte beim Käufer weiterwächst.